Chronik


Im Jahr 1828 gründete Johann Mair, der als Lehrer in Obernberg tätig war, die Kapelle. Die Gründung stand in unmittelbarem Zusammenhang mit der Installierung der Kirchenorgel, die ebenfalls von Mair gespielt wurde. Es soll jedoch bereits vorher eine „Geigen- und Tanzlmusig“ existiert haben. Musikanten waren damals im übrigen Wipptal unterwegs und wirkten bei verschiedenen Anlässen mit.

Um 1861 übergab Johann Mair dann den Taktstock an seinen Sohn Josef. Josef Mair, geboren 1833, war durch 41 Jahre hindurch als Lehrer, Mesner, Organist und Kapellmeister tätig. Er verstarb im Feber 1903. Als Nächster führte Max Tanler die Kapelle bis zum Jahr 1905.

 

Besonders nachhaltig und eindrucksvoll geprägt wurde das 20. Jahrhundert durch die Brüder Josef und den Katecheten Andreas Saxer vom Paulerhof, die wohl einen ganz besonderen Ehrgeiz und großes musikalisches Talent gehabt haben müssen.

Sie waren zusammen über 50 Jahre als Kapellmeister tätig. Vor allem ihrem unermüdlichen Einsatz ist es zu verdanken, dass trotz beider Weltkriege, in denen wertvolle Mitglieder ihr Leben lassen mussten, immer wieder ein vollwertiger Klangkörper gebildet und aufrechterhalten wurde.

 

 

Josef Saxer, Bauer, geboren 1883, leitete die Kapelle von 1905 bis 1934. Bereits im Alter von 15 Jahren versah er den Organistendienst. Er bildete sich in der Folge bei der Kaiserjäger-Regimentsmusik zum Kapellmeister aus. In Ermangelung entsprechender Räumlichkeiten musste er sämtliche Proben in der Stube seines Bauernhofes abhalten.

In einem „Calendarium“ schrieb ein Geistlicher über ihn: „Organist ist schon lange Josef Saxer, Pauler. Ein guter Organist. Mit den Lehrern ist nichts mehr zu machen. Und wenn einer etwas kann, lange bleibt keiner. Also erhalte man sich den Pauler.“

Er verstarb 1949 an den Folgen eines Autounfalles.

 

In den Jahren 1934 bis 1935 leitete Zolloberinspektor Andrä Auer die Kapelle. Er war auch Mitglied des Kirchenchors.

1935 kehrte der Geistliche Rat, Katechet Andreas Saxer aus Landeck zurück in seine Heimat und übernahm die Leitung der Kapelle. Andreas Saxer, geboren 1880, studierte in Brixen. Nach seiner Primiz im Jahre 1903 wirkte er als Kooperator und Katechet unter anderem in Wattens, Bruneck, Stilfes und Landeck. In fast all diesen Orten leitete er sowohl den Kirchenchor als auch die Musikkapelle.

In Landeck wurde er sogar zum Ehrenkapellmeister ernannt.

Andreas Saxer, Ehrenbürger von Obernberg, war bis zu seinem Tod 1963 ein unermüdlicher und ehrgeiziger Kapellmeister. Die Ausrückungen in dieser Zeit beschränkten sich vorwiegend auf kirchliche Anlässe wie Prozessionen, Priesterjubiläen, aber auch weltliche wie Gemeindefeiern und Umzüge im Gedenken an die Tiroler Freiheitskämpfe.

Im Zuge des entstehenden Tourismus kamen dann in der Folge Platzkonzerte, Gästeehrungen und Waldfeste auch anderer Vereine dazu.

Die organisatorischen Belange wurden anfangs von den Kapellmeistern selbst und dann später unter Mithilfe des Kassiers Max Scheiber, der auch viele Jahre als Stabführer fungierte, und des Klarinettisten Stefan Hammer wahrgenommen. Geprobt wurde mittlerweile im Gasthof Spörr. Im Frühjahr 1951 bauten die Musikanten in Eigenenergie die Kellerräume des Schulhauses-sie waren ursprünglich als Ziegenstall für den Lehrer gedacht-zu einem Probenraum um. Später übersiedelte man dann in den 1.Stock des Schulhauses.

1954 wurde mit Hermann Hilber der erste Obmann gewählt, der dieses Amt bis 1963 ausübte.

Der Mitgliederstand in dieser Zeit bewegte sich bei über 30 Musikanten. Ein besonders herausragendes Ereignis aus dieser Zeit war, dass die Musikkapelle Obernberg im Juni 1955 als erste Nordtiroler Kapelle in Uniform nach Südtirol einreisen durfte.

1963 gab es dann sowohl einen Wechsel des Kapellmeisters als auch des Obmannes. Der Zollbeamte Georg Holzmann, der zuvor schon als Bassist in Obernberg und als Kapellmeister in Gries tätig war, übrnahm die musikalischen Geschicke, der spätere Bürgermeister Alfred Larcher die organisatorischen. Alfred Larcher war 44 Jahre aktives Mitglied und ist seit 1988 Ehrenmitglied. In dieser Zeit (1960) wurde auch auf die tiefe Stimmung gesetzt, dabei fungierten Anneliese Mayr und Ida Mader als Instrumentenpatinnen.

1972 wurde das erste Bezirksmusikfest in Obernberg abgehalten. Mit bescheidenen Mitteln und mangels eines Pavillons improvisierte Obmann Josef Hölzler mit einer eilig aufgebauten Bühne und ein paar Standln dieses Fest.

Die Kapelle hatte damals nur mehr knapp über 20 Mitglieder.

Von 1972-2004 leitete Alois Salchner die Kapelle. Seit Jahrzehnten ist er bereits als Organist tätig. Alois Salchner hat sich unter anderem vor allem auch bei der Ausbildung der Jungmusikanten in der Zeit, als die Musikschulen noch nicht so verbreitet waren, große Verdienste erworben. Gleichzeitig übernachm 1972 Konrad Hörtnagl 15 Jahre lang die organisatorische Leitung.

In seine Ära fallen zahlreiche Auslandsfahrten wie zum Beispiel nach Bischofsheim, Heddesbach, Scherfede, Kassel und Leverkusen. In dieser Zeit fallen auch die ersten Kontakte zur Musikkapelle Gramastetten.

Mittlerweile wurden auch schon einige Platzkonzerte für den Fremdenverkehrsverband gespielt. In Ermangelung entsprechender Räumlichkeiten, fanden diese immer im Freien statt.

1979 feierte man dann mit einjähriger Verspätung das 150-jährige Gründungsfest. Trotz winterlichem Wetter fand die dreitägige Feierlichkeit statt.

Im selben Jahr nahm die Kapelle auch den ersten Tonträger auf. Über Initiative von Frau Ursula Schneider, die eine große Gönnerin unserer Kapelle ist, bespielten wir im Tonstudio „Tyrolis“ eine Schallplatte mit der Polka „Die fesche Anna“.

Mit der Errichtung des Gemeindesaales, der 1988 eingeweiht wurde, begann wieder ein neuer Abschnitt. Von da an fanden die Konzerte in diesem Saal statt und die Anzahl der Veranstaltungen stieg. So spielte man nun auch für die Wintergäste Platzkonzerte. Inzwischen wurde 1987 Josef Penz als Obmann gewählt, der dieses Amt 20 Jahre ausübte. Nach kurzer Einarbeitungszeit musste er bereits 1989 das Bezirksmusikfest ausrichten. Dazu wurden ein Holzpavillon und Standln errichtet. Er brachte in seiner Amtszeit das Kunststück zustande, dass sowohl die Anzahl der Musikanten, als auch der Kassastand beträchtlich gestiegen ist. Im Jahre 1995 erhielten wir unser erstes richtiges Probelokal.

2004 übernahm Florian Penz, Sohn des Obmannes, für 3 Jahre die Leitung. Im Jahre 2007 legten Florian Penz als auch Josef Penz ihr Amt zurück.

Andreas Kandler erklärte sich bereit den Posten des Obmannes zu übernehmen und nach einem Kapellmeister zu suchen. Mit großen Glück wie sich herausstellte. Da sich gleich darauf Rainhard Zimmermann, der auch in seiner Heimatgemeinde Fulpmes als Musikant tätig ist, bereit erklärte als Kapellmeister zu fungieren.

Reinhard Zimmermann leitete die Musikkapelle von 2007 bis 2012 und konnte einige musikalische Akzente setzen. Unter seiner Leitung fand das Hauptkonzert der Musikkapelle nicht mehr zu Cäcilia statt, sondern bereits im Mai als Frühjahrskonzert. Diese Konzerte waren stets sehr gut besucht und fanden regen Anklang bei den Zuhörern, da auch häufig Gastauftritte stattfanden (Streichquartett, Alphörner, Dudelsack, uvm).

 

Highlight seiner Zeit als Kapellmeister war sicherlich der Musikausflug 2010 zu unserer Partnergemeinde Heddesbach nach Deutschland. Diese 3-tägige Reise war sowohl in kameradschaftlicher als auch in musikalischer Hinsicht eine Sternstunde der Musikkapelle Obernberg. Neben dem Besuch von Heidelberg wurden auch 2 Konzerte während dieses Ausfluges dargeboten.

 

Im Herbst des Jahres 2010 kam es zu einem Wechsel an der organisatorischen Spitze der Musikkapelle. Nach der erfüllten Obmannperiode von Andreas Kandler, unter der das nun schon traditionelle Glühweinstandl sowie viele weitere Events stattfanden, folgte Christoph Hörtnagl für die nächsten 4 Jahre.

 

Nach einigen Abgängen in der Musikkapelle legte Reinhard Zimmermann im Herbst 2012 sein Amt als Kapellmeister nieder, woraufhin eine Suche für einen neuen musikalischen Leiter startete. Christoph Hörtnagl konnte schlussendlich Klaus Sailer aus Südtirol überzeugen, die Dirigentschaft der Musikkapelle Obernberg zu übernehmen. Klaus Sailer war ein großer Fan der traditionellen Blasmusik und sorgte auch mit seiner geselligen Art für eine gute Stimmung innerhalb der Kapelle. Des Weiteren organisierte er gemeinsam mit Christoph Hörtnagl einen Musikausflug im Herbst 2013 nach Verona für ein Wochenende. Dank kulinarischen Höhepunkten war dieser Ausflug ein wahrer Genuss für Hunger und Durst. Da er bereits während des Jahres einige Ausrückungen verpasste, musste er schon nach einem Jahr das Kapellmeisteramt auf Grund seines Berufes niederlegen.

 

Somit lag es wieder am Obmann Christoph Hörtnagl, einen neuen musikalischen Leiter zu finden und es gelang ihm nach langer Suche erneut. Alfons Tanzer aus Ellbögen, der bereits seine Kindheit auf den Obernberger Almen verbrachte, übernahm den Dirigentenstock. Unter seiner Leitung begann der Mitgliederstand, der zuvor ein wenig abgenommen hatte, sich wieder zu erholen. Das ist nicht nur seiner Unterstützung der Musikjugend, sondern ebenso seinen Bemühungen um erfahrene Musikanten zu verdanken. Somit pendelte sich der Mitgliederstand auf Mitte 30 ein. Auf Grund seiner herausragenden musikalischen Leitung sicherte sich die Musikkapelle Obernberg beim Bezirkswertungsspiel 2015 in Fulpmes eine Goldmedaille mit Auszeichnung und einen Registerpreis Flügelhorn. Ebenso konnte beim Landeswertungsspiel 2015 in Innsbruck eine Goldmedaille erspielt werden.

 

Nach 4 intensiven Jahren legte Christoph Hörtnagl seine Funktion als Obmann 2014 nieder. Nach mehreren Wahlvorschlägen während der Jahreshauptversammlung erklärte sich Fabian Knoflach bereit, die organisatorische Leitung des Vereins zu übernehmen.

 

Aktuelles

 

Fotos vom Musikjahr 2017 sind online (unter Galerie)

 

 

 

 

 

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des Frühjahrskonzertes.